Zahnwechsel beim Welpen: Was jetzt ganz normal ist
Kaum etwas ist schöner, als einen kleinen Welpen beim Aufwachsen zu beobachten. Aus dem tapsigen kleinen Hund wird jeden Tag ein bisschen mehr ein großer Hund – und irgendwann beginnt eine ganz besondere Entwicklungsphase: der Zahnwechsel.
Plötzlich wird mehr gekaut, das Zahnfleisch kann empfindlicher sein und manchmal liegt tatsächlich irgendwo ein winziger Milchzahn herum.
Das alles gehört in den meisten Fällen ganz normal zur Entwicklung eines Welpen dazu. Trotzdem ist es schön, ein wenig zu wissen, was während dieser Zeit im Maul passiert und worauf geachtet werden kann.
Ohne Zähne geboren – und plötzlich sind sie da
Welpen kommen ohne sichtbare Zähne zur Welt. Die ersten Milchzähne beginnen ungefähr im Alter von 3 bis 5 Wochen durch das Zahnfleisch zu kommen.
Nach und nach entsteht das typische kleine Welpengebiss mit insgesamt 28 Milchzähnen.
Diese kleinen Zähnchen sind unglaublich niedlich – können an Fingern, Hosenbeinen oder Spielzeug allerdings auch ordentlich Eindruck hinterlassen.
Und dann kommt die nächste große Veränderung.
Wann beginnt der Zahnwechsel?
Der Zahnwechsel beginnt bei vielen Welpen ungefähr im Alter von 3,5 bis 4 Monaten.
Häufig fallen zunächst die kleinen Schneidezähne aus. Nach und nach werden sie durch die bleibenden Zähne ersetzt. Danach folgen weitere Zähne.
Bis ungefähr zum 6. bis 7. Lebensmonat ist der Zahnwechsel bei den meisten Hunden weitgehend abgeschlossen.
Dabei darf im Hinterkopf bleiben: Nicht jeder Welpe entwickelt sich exakt nach demselben Zeitplan.
Der Zahnwechsel kann etwas früher oder später beginnen und auch unterschiedlich schnell verlaufen.
Aus den 28 Milchzähnen werden schließlich 42 bleibende Zähne.
Wo sind die ganzen Milchzähne geblieben?
Das ist eine Frage, die viele Welpenbesitzer irgendwann beschäftigt.
Manchmal liegt plötzlich ein winziger Zahn auf dem Boden, im Körbchen oder auf einem Spielzeug.
Oft wird aber überhaupt kein Zahn gefunden.
Auch das ist ganz normal.
Viele Welpen schlucken ihre ausgefallenen Milchzähne einfach beim Fressen oder Kauen herunter. Das ist normalerweise kein Grund zur Sorge.
Es muss also keine kleine Zahnsammlung entstehen – auch wenn es natürlich etwas ganz Besonderes ist, einmal einen dieser winzigen Milchzähne zu finden.
Warum wird während des Zahnwechsels so viel gekaut?
Während des Zahnwechsels verändert sich im Maul einiges. Das Zahnfleisch kann empfindlicher sein und Kauen kann für den Welpen angenehm sein.
Deshalb kann es vorkommen, dass plötzlich wieder besonders viel gekaut wird.
Spielzeug wird intensiver bearbeitet, Dinge werden häufiger mit dem Maul erkundet und manchmal wird nach neuen Kaugelegenheiten gesucht.
Auch ein kleines bisschen Blut am Spielzeug kann während des Zahnwechsels vorkommen.
Trotzdem lohnt sich gerade in dieser Zeit ein genauer Blick auf das Maul.
Was kann in dieser Zeit ganz normal sein?
Der Zahnwechsel kann bei jedem Welpen ein wenig anders aussehen.
Manche Welpen zeigen kaum Veränderungen. Andere beschäftigen sich plötzlich sehr viel mit ihrem Maul.
Ganz normal können beispielsweise sein:
- vermehrtes Kauen
- empfindlicheres Zahnfleisch
- etwas mehr Speichel
- gelegentlich ein kleiner Blutfleck am Spielzeug
- ein vorübergehend anderes Kauverhalten
- mehr Ruhebedarf
- ein ausgefallener Milchzahn, der irgendwo gefunden wird
- oder eben überhaupt kein gefundener Zahn
Auch eine gewisse Empfindlichkeit beim Fressen kann vorkommen.
Wenn ein Welpe allerdings deutlich Schmerzen zeigt, kaum oder gar nicht fressen möchte oder andere ungewöhnliche Symptome auftreten, sollte das tierärztlich abgeklärt werden.
Besonders wichtig: Milchzahn und bleibender Zahn nebeneinander
Eine Sache darf während des Zahnwechsels ruhig einmal genauer beobachtet werden.
Normalerweise fällt der Milchzahn aus, während der entsprechende bleibende Zahn seinen Platz einnimmt.
Manchmal bleibt ein Milchzahn jedoch stehen, obwohl der bleibende Zahn bereits daneben durchbricht.
Dann können tatsächlich zwei Zähne nebeneinander zu sehen sein.
Das kommt besonders häufig bei den Fangzähnen vor.
Ein stehen gebliebener Milchzahn sollte tierärztlich kontrolliert werden, da er den bleibenden Zahn beim Einordnen behindern kann.
Nicht selbst am Zahn ziehen oder versuchen, ihn zu entfernen.
Der Zahnwechsel ist eine spannende Beobachtungszeit
Gerade beim Welpen lohnt es sich, diese Entwicklung nicht nur nebenbei wahrzunehmen.
Das Maul verändert sich innerhalb weniger Wochen erstaunlich stark.
Bei einem ruhigen Kuschelmoment darf deshalb einmal ganz vorsichtig geschaut werden:
Wie sehen die Schneidezähne aus?
Ist irgendwo ein neuer Zahn zu erkennen?
Wirkt das Zahnfleisch ruhig?
Gibt es vielleicht zwei Zähne nebeneinander?
Und auch das Kauverhalten kann beobachtet werden.
Solche kleinen Beobachtungen helfen dabei, den eigenen Welpen immer besser kennenzulernen.
Kleine Beobachtungsaufgabe für die nächsten Tage
Beim nächsten ruhigen Moment darf das Maul einfach einmal kurz und ohne Druck betrachtet werden.
Nicht festhalten, nicht aufdrängen und nicht lange kontrollieren.
Einfach beobachten:
Welche Zähne sind gerade sichtbar?
Hat sich seit der letzten Beobachtung etwas verändert?
Wie verhält sich der Welpe beim Kauen?
Vielleicht wird dabei sogar ein kleiner Milchzahn entdeckt.
Und vielleicht ist überhaupt nichts Besonderes zu sehen.
Beides ist völlig in Ordnung.
Ein kleiner Entwicklungsschritt auf dem Weg zum großen Hund
Der Zahnwechsel ist nur eine kurze Phase im Leben eines Hundes – und trotzdem eine spannende.
Aus einem kleinen Welpen mit seinen 28 winzigen Milchzähnen entwickelt sich nach und nach ein junger Hund mit seinem vollständigen Gebiss.
Nicht jeder Welpe macht diese Zeit gleich durch.
Manche sind völlig unbeeindruckt, andere kauen plötzlich mit großer Begeisterung auf allem herum, was ihnen vor die Nase kommt.
Und genau das macht die Welpenzeit so besonders:
Jeden Tag passiert ein kleines Stück Entwicklung.
Ein ausgefallener Milchzahn, ein neuer bleibender Zahn, ein anderes Kauverhalten – lauter kleine Veränderungen, die zeigen, wie aus dem kleinen Welpen langsam ein großer Hund wird.
Ganz liebe Grüße
Sabrina









